Aus der „Not“ muss manchmal eine „Tugend“ werden

Margit Günther – WSCV

Im vergangenen Jahr veranstalteten MBC und WSCV gemeinsam eine Chorveranstaltung im wunderschönen Saal des Bürgergartens Stollberg. Dabei sollten die Chöre und vor allem hier die Chorleiter nach dem Konzert die Möglichkeit erhalten, sich bei 2 anwesenden Juroren Tipps für evtl. Veränderungen in der Arbeit mit ihren Chören holen und auch erfahren, was sie alles schon gut und richtig machen. Diese Möglichkeit gab es schon mehrfach zu den Chorwettbewerben des WSCV/MBC. Dort hieß die Kategorie-Einstufung „Jury-Bewertungssingen“. Da aus Gründen der regelmäßigen jährlichen Durchführung eines sächsischen Chorwettbewerbes die teilverbandsinternen Wettbewerbe weggefallen mit dem Angebot des Bewertungssingens weggefallen sind, wollten wir mit dem Konzert in Stollberg unseren Chören wieder für ein solches Singen die Gelegenheit bieten.

Nach den teilweise kurzfristigen Absagen von 6 gemeldeten Chören für das Konzert waren wir einigermaßen ratlos. Der Bürgergarten in Stollberg hatte gute Werbung betrieben, so dass sicher Gäste kommen würden, eine Absage kam also nicht in Frage. 2 Tage vor dem Konzert wurde dann ins Auge gefasst, ein „Chorchoaching“ mit den 3 verbliebenen Chören auszuprobieren. Vor Beginn der Veranstaltung wurden die Chorleiterinnen der 3 teilnehmenden Chöre gefragt, ob sie sich ein unmittelbar nach ihrem Auftritt durch die Juroren Bärbel Eichelkraut vom MBC und Nico Nebe vom WSCV durchgeführtes „Coaching“ für ihren Chor vorstellen könnten. Alle 3 Chorleiterinnen sagten zu. Das Experiment konnte beginnen.

Die Chorleiterin des Stadtchores Thalheim, Uta Loth, berichtete uns von ihrer „Erfahrung“ an diesem Nachmittag.

„In unserem Chor gab es eine durchweg positive Bilanz. Unverständlich waren uns die vielen Absagen für das Konzert. Die Kritikpunkte von Frau Eichelkraut und Herrn Nebe wurden fast alle mit Nicken – im Publikum als auch in den Reihen der Sänger – begleitet. Meine Choristen gaben zu, dass oft nur Kleinigkeiten den Ausschlag gaben, um einem Stück einen anderen Klang zu verleihen.

Ich persönlich habe kein Problem mit Kritik in der Öffentlichkeit. Es kam auch alles keinesfalls schulmeisterlich, sondern lustig und nett rüber. Im Publikum gab es positive wie negative Stimmen zu dieser Art eines „Konzertes“. Diese resultieren sicher auch daraus, dass die Wichtigkeit einer solchen Bewertung mit den anschließenden Umsetzung der Vorschläge mit dem Chor vom Publikum nicht eingeschätzt werden kann.

Mit diesem „Coaching“ im Chorsingen wurde die Veranstaltung letztendlich noch gerettet. Niemand war darauf richtig vorbereitet und Frau Eichelkraut und Herrn Nebe gilt ein außerordentlicher Dank für ihre Mühen. Einstimmung hat unser Chor beschlossen, dass wir zum nächsten Probenlager ein solches Coaching für uns haben möchten“.

Im Publikum waren einige Musiklehrer und als solche auch teilweise selbst Chorleiter. Die Sensibilität des Vorhabens wurde von allen erkannt, aber die Notwendigkeit und die letztendlich daraus resultierende Chance für Chöre, einmal von jemanden außerhalb des Chores zu hören, was gut und was nicht so gut am Chor ist, wurde durchaus erkannt. Diese Ansicht vertrat auch das Ehepaar Brigitte und Horst Schößler, beide Mitglieder der Chorvereinigung Schwarzenberg. Sie waren in Stollberg auf der Durchreise von ihrem Urlaub wieder nach Hause, hatten auch die eigentlich angedachte Art des Konzertes erwartet und waren aber überrascht, wie manchmal nur Kleinigkeiten (z. B. das Weglegen der Chormappen bei einem Stück was zum festen Repertoire gehört und deshalb auswendig gesungen werden kann) die Wirkung des Chores völlig verändern kann.

Die positiven Resonanzen und die eigene Erfahrung beim Besuch von Chorkonzerten ließ beim Vorstand des WSCV die Idee reifen, solch eine Art von Konzert wieder anzubieten. Nachstehend dazu noch einmal unsere bereits in der unisono 1/2017 erschienene und inzwischen etwas konkretisierte Ausschreibung. Alle Chöre des Sächsischen Chorverbandes können sich für diese „Chorschule“ anmelden.

KAUSSCHREIBUNG

Der Westsächsische Chorverband e. V. veranstaltet erstmals für alle Chöre des SCV eine

CHORSCHULE

Der WSCV bietet allen Chören des SCV im Rahmen der „Chorschule“ eine Weiterbildung an. Die Veranstaltung unter Leitung von Chordirektor Nico Nebe hat Workshop-Charakter und dient sowohl Chören aller Genres und Leistungsstufen als auch Chorleitern zur Verbesserung der eigenen Arbeit. Nach einer gemeinsamen chorischen Stimmbildung aller Anwesenden stellt jeder Chor drei Titel aus seinem aktuellen Repertoire vor. Anschließend wird auf Grundlage dieser drei Titel mit dem Chor in sämtlichen Bereichen gearbeitet, wie z. B. Intonation, Aussprache, Dynamik, Interpretation, Ausdruck usw.

Die erste Chorschule findet statt

am: 9. September 2017
wo: Saal des Clara-Wieck-Gymnasiums Zwickau, Schloßplatz 1, 08064 Zwickau
maximale Teilnehmer: 3 Chöre
Teilnehmergebühr: 4,00 €/teilnehmendem SängerIn bzw. max. 200,00 €/Chor

Mit jedem Chor wird eine Stunde gearbeitet. Dazwischen jeweils Pause. Die übrigen Chöre sowie Gäste sind während der gesamten Zeit anwesend und verfolgen die Arbeit auf der Bühne.

Anmeldungen oder Fragen richten Sie bitte an unsere Geschäftsstelle:

Westsächsischer Chorverband e. V.
Margit Günther
Siedlung 2 08115
Lichtentanne
Tel.: 0375/797895 und 0173/8822516

oder per eMail an:
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